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Erfahrungsbericht Anker X1

kanron | 2026-03-19 09:52 | 3 views

Hallo zusammen, falls es für den einen oder die andere von Interesse ist, hier mal meine Erfahrungen mit einer kürzlich fertiggestellten Anlage mit Anker X1 (Wechselrichter 12 kW + 15 kWh Speicher). Ich stelle auch die anderen erhaltenen Angebote mit dazu, damit ihr auch eine Vorstellung habt, ob das für die Gegend eher günstig oder eher teuer war. # Ausgangslage # Haus Baujahr 2023, nach Kauf sollte nun PV aufs Dach. Wärmepumpe, 4 Personen, 2 eAutos. # Dach Dach ist in SO-Richtung nahezu flach (nur Sat-Schüssel und Lüftungsziegel, ansonsten flach, keine Verschattung). NW-Richtung ist durch einen Erker mittig geteilt, zudem längerer Weg zum Verteilerkasten, und geometrisch deutlich schwieriger; daher Entscheidung, nur die SO-Seite zu belegen. # Elektroinstallation Leider keine erreichbaren Leerrohre vom Dachboden zum Anschlussraum; Kabelführung daher gezwungenermaßen über Kabelkanal außen. Zählerkasten recht groß, mit Platz für insgesamt 4 Zähler, davon 2 Positionen belegt (Haushaltsstrom, Wärmestrom, zusätzlich Rundsteuerempfänger). # Platzverhältnisse Waschküche/Hausanschlussraum nicht riesig, Wandplatz begrenzt. Garage unmittelbar nebenan, ebenfalls potenzieller Aufstellort für PV-Technik. # Angebote In allen Fällen sollte die Sat-Schüssel entfernt werden, ein Flachlüfter verbaut und die 2 Zähler auf einen reduziert werden, sowie ein Steuerkabel vom WR zur SGready-Wärmepumpe verlegt werden. Die regionalen Anbieter haben das jeweils als Stundenleistung zusätzlich berechnet, sodass der Endpreis noch etwas höher gewesen wäre. # 1. regionales Angebot 13,3 kWp, 30x Trina 445 Wp, TRIC Unterkonstruktion, 10 kW Wechselrichter, 7 kWh Speicher (Sungrow & BYD), HEMS (nicht näher bezeichnet), manuelle Notstromumschaltung. Preis: 19.700 €. # 2. regionales Angebot 13,3 kWp, 30x Trina 445 Wp, TRIC Unterkonstruktion, 10 kW Wechselrichter, 10 kWh Speicher, automatische Notstromumschaltung, HEMS (Huawei-System). Preis: 20.600 €. # 1. überregionales Angebot 12,8 kWp, 27x Aiko Neostar 3S+ 475 Wp, Unterkonstruktion nicht näher bezeichnet, 15 kW Wechselrichter, 10 kWh Speicher, automatische Notstromumschaltung, HEMS (Ecoflow-System). Preis: 22.800 €. # 2. überregionales Angebot (Anker) 13,9 kWp, 30x DMEGC G12RT-G48HBB 465 Wp, K2 Unterkonstruktion, 12 kW Wechselrichter, 15 kWh Speicher, automatische Notstromumschaltung, HEMS (Anker X1). Preis: 18.700 €. # Entscheidung Letztlich haben wir im Wesentlichen nach dem Preis entschieden; die Systeme an sich haben sicherlich alle ihre Vor- und Nachteile. Was mir an Ecoflow und Anker auf jeden Fall gut gefallen hat, ist der relativ geringe Platzbedarf und die gute Erweiterbarkeit. Natürlich haben wir nun ein eher geschlossenes System, und sind bei zukünftigen Erweiterungen, Änderungen, Reparaturen auf Anker angewiesen, oder müssten direkt das komplette System WR+Batterie tauschen. Nach Fragen im Bekanntenkreis und einigen eigenen Recherchen stufe ich aber die Wahrscheinlichkeit einer teilweisen Überarbeitung des Systems außerhalb der Garantie, wobei aber dennoch die technische und preisliche Entwicklung derart gering ist, dass eine generelle Neukonzeption nicht ohnehin sinnvoll wäre, als gering ein - gut möglich, dass ich damit auf die Nase falle :-) mal schauen! Auf jeden Fall spricht das System (sofern durch Installateur eingeschaltet) Modbus TCP, und lässt sich auch ohne Internet am X1-System lokal per Bluetooth über die App steuern... sofern die App ins Internet kommt. Anker könnte uns also den Strom abdrehen; das Risiko ist da. # Projektablauf Zunächst hatte ich auf der Anker-Webseite den Wunsch nach einem Angebot bekundet, daraufhin meldete sich dann nach einiger Zeit ein überregionaler Installateur. Der Kontakt war wirklich toll, der Mitarbeiter hat sogar noch im Vorfeld unterschiedlichste Panel, Speichergrößen etc. mit mir erörtern, die Home Assistant Einbindung über Modbus TCP grob erklärt, insgesamt sehr zuvorkommender Service. Installation war letztlich ca. 2 Wochen nach Unterschrift; die Komponenten wurden vorher per Spedition hier angeliefert und standen so lange in Garage/Anschlussraum (für Leute mit weniger Platz definitiv ein mögliches Problem, denke ich). Insgesamt eine Palette mit den Modulen, eine kleinere Palette mit den restlichen Installationsmaterialien, die Dachschienen, und dann noch die 4 Pakete für das Anker-System (WR und 3 Akku-Module). Die komplette Dachmontage war an einem Tag durch, die Elektroinstallation hat letztlich 2 Arbeitstage gebraucht; insbesondere die Notstromverdrahtung ist wohl nicht so ganz einfach, wie bei z.B. Huawei. Der X1 kann außerdem nur mit 6 qmm-Kabeln angeschlossen werden, was die Notstrom-Versorgung doch durchaus begrenzt; bei mir war z.B. die Wärmepumpe möglich, Wallbox, Induktionsfeld und Waschmaschine mussten aber draußen bleiben. Ist auch einer der Punkte, die mir im Vorfeld nicht so ganz klar waren, weil ich abgesehen von "Notstrom, yeah" nicht so wahnsinnig drüber nachgedacht habe. # Ergebnis System läuft, sieht schick aus, gerade bei Installation im Wohnraum (Hauswirtschaftsraum/Waschküche) ist die Anzeige des täglichen Ertrags, momentane Hausleistung und Akkustand echt nett - erspart in vielen Fällen das Öffnen einer App, finde ich gut. Wir hatten bislang immer 400 bis 500 € Strom im Monat, aufgeteilt auf 2 Zähler, nun aktuell noch ca. 80 € und vereinfacht auf einen Zähler. Hängt natürlich auch an der Außentemperatur; ich bin mal gespannt, wie gut wir im nächsten Winter mit den 15 kWh, der Tagesproduktion und dem Octopus Go Tarif kommen. Bin auf jeden Fall sehr happy mit der Anlage; seit 4.3. in Betrieb, ca. 820 kWh erzeugt, und davon immerhin 85% selbst verbraucht. # Im Nachhinein... Dinge die mir vorher nicht klar waren: * Die Notstrom-Thematik. Bei Huawei (und eventuell Ecoflow) hätte ich vermutlich auch aus dem Speicher kochen oder mein Auto laden können. Es gibt natürlich Wege (kleine Induktionsplatte für den Notfall, Schuko-Ladegerät), aber so richtig ideal wäre es natürlich anders gewesen. Stellte sich leider erst bei Installation heraus. * Logik in der Anker-App ist begrenzt; so Ideen wie "begrenze Akku-Laderate, damit Akku erst mit letztem Licht auf 100%" um das Ding etwas zu schonen, gibt es nicht. * Der Wechselrichter-Akku-Turm gibt schon gut Wärme ab. Vermutlich hätte das Teil auch gut in die Garage gekonnt, wovon der Verkäufer der Firma wegen der niedrigen Temperatur im Winter und damit womöglich anspringender Heizung (-> höherer Eigenverbrauch) eher abriet. Vielleicht hilft das alles jemandem, der auch über das Anker-Ding nachdenkt.

Comments (2)
FlakyAd1863 2026-03-19 12:00

Bei anker ist auch notstrom möglich. Dort gibt es einen Backup Anschluss wo auch Lasten dran angeschlossen werden können. Bei dem 12kw Wechselrichter sind es auch 12kW

kanron 2026-03-19 12:12

Jepp, das ist auch realisiert - aber z.B. bei Huawei wäre laut Elektriker auch das Kochfeld möglich gewesen, weil größerer Leitungsquerschnitt zulässig. Ich könnte aber sicherlich einen zweiten X1-Turm aufbauen, was ja die Versorgung verdoppeln würde.

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